Wenn der Vollmond hoch über dem stillen Wasser steht, beginnt die Oberfläche silbern zu schimmern. Dann steigen sie aus der Tiefe auf – lautlos zuerst, nur das leise Kreisen des Wassers verrät ihre Ankunft. Neue Meerjungfrauen werden im Kreis empfangen, ihre Stimmen verweben sich mit dem Wind, und alte Lieder werden gesungen.
Wie in einer Walpurgisnacht des Wassers tanzen sie im flachen Uferbereich, zwischen Nebelschleiern und Mondlicht, feiern ihre Gemeinschaft und erneuern ihre Kräfte für das kommende Jahr.
In manchen Versionen solcher Geschichten heißt es sogar:
Menschen, die zufällig in dieser Nacht am richtigen Ort stehen und still genug sind, hören entfernte Musik über dem Wasser – aber sehen dürfen sie nichts. Wer doch hinsieht, trägt den Zauber lange im Herzen oder vergisst den Weg dorthin wieder.
